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Stadt & Landschaft

Urbane Wasserlandschaft Paderquellgebiet

"Urban Waterscape Paderborn" (urbane Wasserlandschaft Paderborn) so lautet der offizielle Titel der Bewerbung. Dahinter steckt die Idee der Stadt Paderborn, das Paderquellgebiet durch die UNESCO als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. Der erste Schritt in diese Richtung ist mit der von Bürgermeister Heinz Paus unterzeichneten Kurz-Bewerbung geschehen.

"Vergleichbares ist in den bisher klassifizierten Welterbe-Stätten nicht vertreten - zumindest nicht in Europa", sieht Heinz Paus realistische Chancen für dieses Vorhaben. Gemeinsam mit der Technischen Beigeordneten Claudia Warnecke und nach Abstimmung mit den Spitzen der im Paderborner Rat vertretenen Fraktionen hatte der Bürgermeister den Anstoß zur Bewerbung gegeben. Mit Unterstützung von Prof. Gerhard Auer, Braunschweig (Kurator: "7 Türme - 7 Lichter" + Beleuchtungskonzeption für das westliche Paderquellgebiet), Thomas Günther von der Unteren Denkmalbehörde beim Stadtplanungsamt, Dr. Bettina Heine Hippler vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Dr. Sven Spiong, Stadtarchäologe und Prof. Dr. Eva-Maria Seng, Uni Paderborn (Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO) wurde die Bewerbung erarbeitet. Sie liegt seit dem 01.11.11 beim Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW in Düsseldorf vor.

Im Frühjahr 2012 entscheidet eine Fachjury, welche zwei NRW-Kandidaten es überhaupt auf die neue Vorschlagsliste des Bundes schaffen. Bis zum 1. August 2012 muss jedes Bundesland seine beiden Vorschläge unterbreiten. Nach der Entscheidung für 2 Kandidaten auf Landesebene, werden danach also bundesweit max. 32 Bewerber konkurrieren, um an die UNESCO weitergeleitet zu werden. 2013 soll dann die deutsche Liste für die UNESCO fertig sein; ab 2015 könnten die Vorschläge dann mit aufgenommen werden. Die von der UNESCO geführte Liste umfasst derzeit 936 Denkmäler in 153 Ländern, davon sind 725 Kulturdenkmäler und 183 Naturdenkmäler. Weitere 28 gelten sowohl als auch.

Schon die erste Vorauswahl auf Landesebene wird schwierig; mit der Kaiserswerther Altstadt, dem Benrather Schloß in Düsseldorf, dem Ruhrgebiet mit gleich mehreren Industriedenkmälern, Münster mit seinem Prinzipalmarkt, Krefeld mit den Bauten des Architekten Mies van der Rohe, dem Bergischen Land mit Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke aus Stahl, die Müngstener Brücke, dem Astropeiler in Bad Münstereifel und dem Fundort Neanderthal gibt es schon innerhalb NRWs hochkarätige Konkurrenz.
Der Paderborner Bewerbung werden dennoch gute Chancen eingeräumt, da der Fokus des Auswahlgremiums weniger auf Baudenkmale sondern mehr auf Naturphänomene gerichtet wird. Seitens des Ministeriums wurde darauf hingewiesen, dass Anträge aus "überrepräsentierten" Kategorien (z.B. "reine" Baudenkmäler) geringere Aussichten auf Erfolg im Falle einer Bewerbung haben werden. Hingegen sollen einzigartige Kulturgüter, die dem Lücken-Report von ICOMOS zu entnehmen sind, besondere Aufmerksamkeit erfahren (bspw. Kultur- u. Naturdenkmal).