Historisches Museum im Marstall
Historisches Museum im Marstall

Zauberwelt des Glasschmucks

Bild mit Glasperlen
18.08. - 12.11.2006

Der Gebrauch von Schmuck geht auf die Anfänge der Menschheit zurück. Halsschmuck in Form sowohl von einfachen, aber auch schon mehrgliedrigen Halsketten sind bereits aus der Altsteinzeit bezeugt. Die Menschen der Steinzeit schufen ihre Halsketten aus Muschel- und Schneckengehäuse, Tierzähnen, Fischwirbeln und Perlen. Anhänger wurden aus Knochen, Steinen und auch bereits aus Bernstein gearbeitet. Menschen schmückten sich bereits in grauer Vorzeit mit Kleinodien oder bemalten und tätowierten ihre Haut, bevor hochwertige Edelmetalle und Edelsteine benutzt wurden.

Mit der Entdeckung der Verarbeitungsmöglichkeiten von Kupfer und Bronze wurden diese in Spiralröllchen, Plättchen, Metallperlen, Ringe und Scheiben verarbeitet. Die Verwendung organischer Stoffe wie Tierzähne oder auch Bernstein nahm dagegen ab. In der vorchristlichen Zeit war Schmuck neben anderen Gegenständen auch Grabbeigabe.
Mit der Entdeckung der Metallverarbeitung in der Bronzezeit über die Glasherstellung bis zur Entwicklung neuer Stoffe im 20. Jahrhundert (z. B. Kunststoff), konnte sich die Bandbreite der verwendeten Materialien bei der Schmuckanfertigung entsprechend erweitern.

Perlen gelten als die ältesten Schmuckobjekte der Kulturgeschichte, Perlen aus Glas traten vor 4000 Jahren in Ägypten auf. Die Römer handelten mit ihnen bis Skandinavien und China. Später dienten sie Forschern, Missionaren und Händlern als Geschenk oder Handelsware auf ihren Reisen und wurden gegen Felle oder Elfenbein, gegen Gold oder gegen Sklaven eingetauscht. Den Weltmarkt beherrschte dabei die Perlenfabrikation in Venedig. Die Herstellungstechniken und die unendliche Vielfalt venezianischer Perlen, ihre Farbenpracht und Schönheit sind in der Ausstellung zu bewundern.

Genauso fasziniert auch die strahlende Brillanz der übrigen Schmuckstücke, die oft - zu Unrecht - etwas geringschätzig als »Modeschmuck« bezeichnet werden. Ketten, Broschen und Colliers zeigen die Modeentwicklung der letzten zweihundert Jahre auf. Das 20. Jahrhundert wurde die Zeit der großen Modedesigner, die Modeschmuck kreierten. Namen wie Coco Chanel und Christian Dior gehören dazu.

Bild mit Glasperlen
In der Ausstellung im Historischen Museum im Marstall werden als »Präludium« Stücke aus der Vor- Frühgeschichte Afrikas, der Antike, des Mittelalters und des Beginns der Neuzeit der Sammlung von Hans-Joachim Nachtmann gezeigt. Aus der jüngeren Vergangenheit stammen Schmuckstücke aus der Sammlung von Karin Rappold-Kleinert von so klangvollen Firmen wie Eisenberg oder Coro. Sie entstanden in den Dreißiger und Vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA, wo die Frauen dem Modeschmuck weit offener gegenüberstanden als in Europa. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Hollywoodfilm. Schauspielerinnen wie Marlene Dietrich, Katherine Hepburn oder Liz Taylor wurden zu modischen Trendsettern und machten Glasschmuck, vor allem den brillant funkelnden Strass, zu einem begehrten und weit verbreiteten Modeaccessoire.