Die Geschichte der fürstbischöflichen Residenz
Im 13. Jahrhundert spitzten sich die Rivalitäten zwischen der erstarkenden und selbstbewussten Bürgerschaft von Paderborn und ihrem bischöflichen Landesherren derart zu, dass Simon I. zur Lippe (1247-1277) beim Papst das Burgenbaurecht erwirkte und 1257 die Genehmigung erhielt, in der Nähe des bischöflichen Haupthofes eine Burganlage zu errichten. Die Verlegung der fürstbischöflichen Residenz nach Neuhaus war für den Ort von entscheidender Bedeutung.
Nach mehrfacher Zerstörung der Burganlage ließ Heinrich von Spiegel (1361-1380) um 1370 einen gotischen Wohnturm errichten. Die nachfolgenden Fürstbischöfe erweiterten die Burg im Laufe der Jahrhunderte. Im 14. Jahrhundert wurde Neuhaus Oberamt des Unterwäldischen Distriktes des Fürstbistums. Den Unterwäldischen Distrikt bildete der gesamte Landesteil westlich des Eggegebirges.
Während der Regierung von Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg (1585-1618) wurde schließlich die Residenz zu einem repräsentativen Schloss ausgebaut. Das Schloss ist heute die älteste erhaltene Vierflügelanlage der Renaissance in Deutschland.
Besonders unter Ferdinand II. von Fürstenberg (1661-1683) und Clemens August von Bayern (1719-1761) entfaltete sich die Residenz zu einem Zentrum von Verwaltung, Geisteswissenschaft, Kultur und Kunst, dessen Einfluss weit über die Grenzen des Bistums hinausreichte.
