Der finanzielle Hintergrund des Lernstatt Projektes
Der Stadt Paderborn wurden, wie jeder Kommune in NRW, in den Jahren 2000 und 2001 in drei Töpfen Landesmittel für die unterschiedlichen Bereiche der e-nitiative.nrw zur Verfügung gestellt für:
- Hardware, Vernetzung und Internetzugänge
- - Kauf und Leasing von Software
- Nutzung von Onlineangeboten
- Erprobung von Modellen zur Technikwartung
- Internetzugänge in Lehrerzimmern und Bibliotheken - Fortbildungsbudgets der Schulen
Für diese verschiedenen Bereiche wurden bisher ca. 511.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Anfang des Jahres 2000, noch vor Beginn der Überlegungen zum Lernstatt Projekt, beschloss man, sich bei der Ausstattung der Paderborner Schulen mit Computern zukünftig an den von der e-nitiative.nrw formulierten Meilensteinen zu orientieren. Allein die darin beschriebene Ausstattung der Klassen 1 bis 6 mit Medienecken und die erforderlichen Fachraumausstattungen für die weiterführenden Schulen ergaben ein geschätztes Kostenvolumen von ca. 3.600.000 Euro (ohne die in den Meilensteinen der e-nitiative.nrw auch angesprochenen Laptops, ohne eine zentrale Betreuung und Administration der Geräte).
Zur Verteilung der Landesmittel wurden dann zunächst Gespräche mit den Medienbeauftragten der Schulen und der unteren Schulaufsicht geführt, die in einen Beschlussvorschlag für den Schulausschuss mündeten. Wichtig war dabei, dass von den Schulen ein Konzept zum päd. Einsatz für die erwünschte Beschaffung vorgelegt werden konnte.
Dieser Beschlussvorschlag sah zunächst eine Verwendung der Mittel für die Beschaffung einzelner PCs für die Schulen vor. Zeitgleich wurden allerdings in Gesprächen mit Technologieanbietern neue Überlegungen angestellt, die später in das Lernstatt Projekt mündeten. Daher wurde in weiteren Gesprächen eine Übereinstimmung erzielt, die Beschaffung der PCs zurückzustellen und die Landesmittel zu bündeln bzw. zentral für das spätere Lernstatt Projekt einzusetzen.
Zur Umsetzung des Lernstatt Projektes wurden von der Stadt Paderborn in den Jahren 2001 ff insgesamt rund 3.600.000 Euro bereitgestellt. Dieser Betrag enthält allerdings auch die Kosten für die Vernetzung der Schulen untereinander sowie für die interne Gebäudevernetzung der Schulen.
Die Stadt Paderborn will die Projektziele mit Hilfe von Partnerschaften realisieren. Wichtige Finanzhilfe leistet dabei vor allem die Fa. Sun Microsystems durch großzügige Unterstützung bei der Basisausstattung, der Konzeptentwicklung und der Schulung.
Ziel einer Finanzplanung, die eine ganzheitliche und wirtschaftliche Lösung anstrebt, muss auch sein, die dauerhaften Folgekosten zu berücksichtigen, wobei die weitere Entwicklung nicht einfließen kann. Bei einem Investitionsvolumen von 3.600.000 Euro, das ohne die großzügige Beteiligung der Projektpartner noch deutlich höher ausgefallen wäre, muss der Erneuerungsbedarf schon jetzt eingeplant werden. Auch wenn durch den Einsatz von Ultra Thin Clients von verlängerten Nutzungszeiten der Geräte an den Arbeitsplätzen auszugehen ist, ergibt sich hier doch ein erheblicher Finanzbedarf.
Geht man von einer Nutzung der Geräte von etwa 6-7 Jahren aus, ergibt sich hierdurch ein Abschreibungssatz = Erneuerungsbedarf von jährlich etwa 14 - 16%, bezogen auf 3.600.000 Euro, d.h. der jährliche Mittelbedarf für die Erhaltung der investierten Werte beträgt ca. 511.000 Euro!
Alternativ sollte im Interesse von Kostensicherheit und -transparenz auch überlegt werden, ob nicht künftig die dauernde Beschaffung und Erneuerung der Geräte in Form von Leasing- oder Mietmodellen erfolgt. Auf diese Weise könnten die anteiligen Betreuungs- und Wartungskosten je Gerät und Jahr ermittelt werden und statt einer Kauf- eine Jahressumme dargestellt werden. So könnte den Schulen durch eine Zuordnung dieser Gelder in ihren Bewirtschaftungsplan die Entscheidung übertragen werden, in welchem Umfang Geräte für die verschiedensten schulischen Zwecke eingesetzt und aus dem Schuletat finanziert werden.
Insbesondere durch die Konzeption einer zentralen Betreuung zeigt das Lernstatt Projekt Lösungsmöglichkeiten auf, die ohne große Probleme auf andere Schulträger und deren Belange übertragbar sind. Bei der "Thin Client - Konzeption" der Stadt Paderborn steigen die Betreuungskosten mit wachsender Zahl der Arbeitsplätze nicht proportional. Hierdurch ist es interessant und wirtschaftlich, dass Modell auch auf andere durch die GKD Paderborn betreute Kommunen zu übertragen, da auch hierdurch mit Synergieeffekten und dadurch mit günstigeren Kosten zu rechnen ist. Anfragen interessierter Kommunen liegen vor.
