Museum für Stadtgeschichte
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Friedrich Spee von Langenfeld

Großbildansicht Friedrich Spee von Langenfeld
Friedrich Spee von Langenfeld stammte aus einer alten rheinischen Adelsfamilie und wurde als Sohn eines hohen kurkölnischen Beamten 1591 in Kaiserswerth in der Nähe Düsseldorfs geboren, wo er auch aufwuchs. Im Jahre 1601 wurde Spee zur weiteren Ausbildung auf das Gymnasium der Jesuiten nach Köln geschickt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Schule studierte Spee zwei Jahre an der Kölner Universität. Sein Studium schloss er mit dem Grad eines Baccalaureus und dem Eintritt in den Jesuitenorden ab.

Nach dem Noviziat und einem weiteren Studium der Philosophie in Würzburg zwischen 1612 und 1615 folgten Lehrtätigkeiten in Worms, Speyer und Mainz. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums, das Spee in der Zeit zwischen 1619 und 1623 in Mainz absolviert hatte, erfolgte kurz darauf die Priesterweihe. Hieran schloss sich bis 1626 eine erneute Lehrtätigkeit des Jesuitenpaters an, die ihn erstmals nach Paderborn führte. Am Ende des Jahres 1628 wurde Spee durch die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges nach Peine versetzt. Dort war er mit der Rekatholisierung des Gebietes um die Stadt Peine betraut worden, womit er eine wesentliche Aufgabe der Jesuiten als Orden der Gegenreformation zu erfüllen hatte.
Großbildansicht Titelseite der Cautio Criminalis von 1631

Seine Ablehnung der Verfolgungen und der damit verbundenen Folterungen hatten bereits vor der Entstehung seiner Schrift im Jahre 1629 zu einem Attentat auf Spee geführt. Erst in der Genesungszeit nach dem Anschlag auf sein Leben hatte sich Spee endgültig zu der Abfassung der Cautio Criminalis entschlossen, die ihn an den Rand des Ausschlusses vom Jesuitenorden führte.

Eine weitere unangenehme Folge für Spee war, dass einige Kirchenoberhäupter ihn selbst der Hexerei bezichtigten oder zumindest verdächtigten. Obwohl Spee zu Lebzeiten wenig zur Beseitigung des Aberglaubens hatte beitragen können, ist er trotzdem als Initiator einer Entwicklung anzusehen, die etwa 160 Jahre später zur Einstellung der Hexenprozesse in Deutschland führte.

Großbildansicht Gedenktafel am Gymnasium Theodorianum in Paderborn

Als Dozent am Paderborner Jesuitenkolleg wirkte Spee darüber hinaus maßgeblich an der Erneuerung des katholischen Kirchenliedgutes. Mit seiner Liedersammlung »Trutznachtigall« wirkte er ähnlich stilbildend wie 90 Jahre zuvor Martin Luther für den protestantischen Kirchengesang. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern dichtete und vertonte der Jesuitenpater neue Lieder und beschränkte sich nicht allein auf die Eindeutschung alter lateinischer Choräle. Der Erfolg der Lieder Friedrich Spees lässt sich zum Beispiel an der Tatsache feststellen, dass fünf seiner Kompositionen in die Liedersammlung »Des Knaben Wunderhorn« von Brentano und von Arnim aufgenommen wurden. Darüber hinaus sind einige seiner Lieder heute auch in einigen evangelischen Gesangbüchern wiederzufinden.

Friedrich Spee infizierte sich bei der Betreuung von Pestkranken in Krankenhäusern selbst mit dieser Krankheit. Er starb im Alter von nur 44 Jahren in Trier.