Sammlung des Altertumsvereins - Geschichte
Eine wesentliche Grundlage für die Dauerausstellung im Museum für Stadtgeschichte stellt die Sammlung des 1824 gegründeten Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn, dar. Die Sammeltätigkeit des Vereins für Geschichte und Altertumskunde reicht bis in das erste Drittel des 19. Jahrhunderts zurück. Von Beginn an hatte der Verein neben der Veröffentlichung von historischen Beiträgen in Publikationen und Periodika sein besonderes Augenmerk auf die Sammlung von Gegenständen der Geschichte und des regionalen Brauchtums gerichtet.
Nachdem die Sammlungen des Vereins in den ersten Jahrzehnten nicht in einem Museum beherbergt und nur in Privatwohnungen von Mitgliedern untergebracht werden konnten, wurden die Schaustücke ab 1844 in einem Gebäude des ehemaligen Jesuitenkollegs provisorisch zusammengefasst. Diese Räumlichkeiten gingen dem Verein bereits 1856 wieder verloren. Deshalb war die Sammlung bis zum Jahre 1909 einer wahren Odyssee ausgesetzt. Die Kunst- und Kulturgüter wurden in dieser Zeit wieder in privaten Wohnungen von Vereinsmitgliedern und kurzfristig im Refektorium des Franziskanerklosters untergebracht. Dem Intermezzo im Kloster der Franziskaner folgte schließlich für wenige Jahre ein erneuter Aufenthalt im Archivzimmer des Jesuitenkollegs.
Im Jahre 1886 stand endlich die Gründung eines Museums für den Altertumsverein in zwei Räumen des Paderborner Rathauses an. Kurz darauf wurden dem Verein von der Paderborner Stadtverwaltung weitere Räumlichkeiten im Archivgebäude an der Wasserkunst unentgeldlich überlassen. Aufgrund der ständig wachsenden Sammlung, die auch während des Ersten Weltkrieges nicht unterbrochen wurde, gehörten Raum- und Platzmangel zum Alltag des Paderborner Museums. Nachdem der vorhandene Platz durch weitere Schenkungen, Neuerwerbungen und Dauerleihgaben in den 1930er Jahren völlig unzureichend geworden war, erfolgte 1937 schließlich eine räumliche Neukonzeption und Vergrößerung. Die südlichen Räume im Erdgeschoss des Paderborner Rathauses wurden dem Verein überlassen. Fortan konnte die gesamte Sammlung im Rathaus ausgestellt werden.
Ein weiteres Plus für die Präsentation der Stadtgeschichte ist das Haus Erzengel, das direkt an das Museum grenzt und von der Stadt gekauft wurde. Die Geschichte wird durch Gemälde, Kunstgewerbe und volkskundliche Objekte dargestellt. Ergänzt wird diese Präsentation durch erläuternde Texte und Reproduktionen. Das Museum gliedert sich in seiner Dauerausstellung in zwei große Abteilungen: in die chronologische Stadtgeschichte und in die »Sonderthemen«, in denen spezielle Aspekte und Personen vertiefend behandelt werden. Der Bereich Chronologie erstreckt sich vom Erdgeschoss in die erste Etage des Adam und Eva-Hauses und reicht von der frühesten Besiedlung bis zum Abschluss des Wiederaufbaus in den 50er Jahren.
Der Übergang von der chronologischen Ausstellung zu den Sonderthemen im Haus Erzengel wird im Adam und Eva-Haus durch Stadtmodelle und eine lebendige Vorstellung des Alltagslebens in Paderborn vor dem Zweiten Weltkrieg aufgelockert. In der Abteilung Sonderthemen in der zweiten Etage des Hauses Erzengel werden Leben und Werk von Menschen behandelt, die in Paderborn geboren oder zeitweilig gelebt haben. Zu dieser Personengruppe zählen der Maler und Kupferstecher Heinrich Aldegrever, die Dichterin Luise Hensel sowie deren Schülerin Pauline von Mallinckrodt, die die erste Blindenschule in der Provinz Westfalen ins Leben rief.
In der Ahnengalerie zur Paderborner Geschichte wird der Jesuit Friedrich Spee von Langenfeld nicht vergessen. Gerade die Person dieses Jesuitenpaters führt in die historisch spannende Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der Gegenreformation und des Hexenwahns. Das »Wüten« des Herzogs und »Bösewichts« Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel wird im Museum für Stadtgeschichte auch durch den in der Münzsammlung enthaltenen »Pfaffenfeindtthaler« dokumentiert. In die Zeit des Barocks führt die Vorstellung des Fürstbischofs Klemens August von Bayern und das Leben und Wirken des Malers Johann Georg Rudolphi, die in der chronologischen Stadtgeschichte bzw. in den Sonderthemen ausgestellt sind.
und Erwachsene richten. Im Dachgeschoss befindet sich ferner die Druckerwerkstatt des Museums, in der regelmäßige Kurse zu vielfältigen Themen stattfinden.
