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Großeinsatz gegen Promille-Sünder

Polizei sperrt in der Nacht die B 64 für sechs Stunden komplett: hunderte Fahrer kontrolliert

17.11.2008

Von Bernhard Liedmann (Text)
und Wolfram Brucks (Foto)

Kreis Paderborn (WV). Der Zugriff war überraschend und total: In der Nacht zum Sonntag sperrte die Polizei die B 64 bei Buke komplett über sechs Stunden und kontrollierte hunderte von Autofahrern auf Alkohol und Drogen. Der größte Einsatz dieser Art.

In beide Fahrtrichtungen riegelten 15 Beamte ab 21 Uhr die Bundesstraße ab. Alle Autofahrer mussten entweder auf die Parkfläche bei Buke oder auf den Platz beim Hengkrug. Acht Helfer des THW leuchteten mit großen Scheinwerfern beide Plätze aus, jedes Fahrzeug wurde hier kontrolliert. Fast alle Autofahrer wie Dieter Hasenbein aus Höxter hatten Verständnis für den Zwangsstopp mit kurzen Wartezeiten: »Gerade am Wochenende passieren eben die meisten Unfälle unter Alkoholeinfluss. Die Kontrolle ist deshalb richtig.«

Die B 64 zwischen Paderborn und Bad Driburg wurde von der Polizei deshalb ausgesucht, weil sie zu den Unfallschwerpunkten im Kreis Paderborn gehört. Auch diese spezielle Nacht war sorgsam ausgewählt, weil hier die größte Unfallhäufigkeit innerhalb der Woche verzeichnet wird.

Zwölf Fahrer mussten wegen des Verdachts auf Alkoholkonsum in ein Testgerät pusten, einer wird seinen Führerschein verlieren. Für eine Blutabnahme stand ein Amtsarzt sogar parat, um vor Ort die Kontrolle durchzuführen. Die Polizei reagiert mit der Groß-Kontrolle auch darauf, dass der Kreis Paderborn bei der Hauptunfallursache Alkohol und Drogen landesweit auf dem zweitschlechtesten Platz liegt: Im vergangenen Jahr ereigneten sich 213 Alkohol- und Drogenunfälle. Dabei wurde ein Autofahrer getötet und 36 Menschen schwer verletzt. Bei Alkohol-Kontrollen fielen 404 Autofahrer auf, gegen 130 wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, 274 Fahrer mussten sich einem Strafverfahren stellen. 18 Fälle von Drogeneinfluss wurden registriert. Allein in diesem Jahr brachten Polizeibeamte bereits 50 Autofahrer zu Anzeige.

Landrat Manfred Müller in der Nacht vor Ort: »Mit dem Großeinsatz wollen die Autofahrer nicht ärgern, sondern die Unfälle reduzieren!« Diese neue Variante der Alkoholkontrolle solle ein Zeichen setzen und den Druck erhöhen. Für die Zukunft plant die Polizei weitere Alkohol- und Drogenkontrollen. Müller: »In Kürze beginnen die Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeiern. Ich rate allen, die eine fröhliche Adventszeit verbringen wollen: Lassen Sie die Finger vom Steuer, wenn Sie etwas getrunken haben!« Für Führerscheinneulinge gilt die Null-Promille-Grenze in der zweijährigen Probezeit. Bereits ab 0,3 Promille kann es kritisch werden, wenn ein Fahrfehler oder Unfall passiert.

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