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Alte Burg schlummert unter Schloss

Reste gefunden - Feuersbrunst wütete im Mittelalter in Schloß Neuhaus

31.10.2008
Paderborn (WV/vah). Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe haben bei Ausgrabungen im Renaissance-Schloss in Schloß Neuhaus bislang unbekannte Teile der mittelalterlichen Burg entdeckt. Zwei Wochen lang wurde im Innenhof gegraben.

Die Untersuchung war Anfang Oktober nötig geworden, weil die Stadt Paderborn dort neue Treppenfundamente und einen barrierefreien Zugang errichten möchte. In 80 Zentimetern Tiefe stießen die Wissenschaftler auf die Überreste eines verbrannten Fachwerkhauses. »Die Brandkatastrophe, der dieses Haus zum Opfer fiel, war möglicherweise der Anlass für den Bau des prächtigen Wohnturmes, der sich bis heute als Haus Spiegel im Schloss erhalten hat«, vermutet Archäologe Dr. Sven Spiong.

Die Experten entdeckten ferner das Fundament eines Treppenturmes. Dieser Turm erschloss den ältesten Teil des Renaissance-Schlosses von 1525 und wurde mit der Erweiterung des Gebäudes bereits nach 23 Jahren durch den noch heute stehenden Treppenturm ersetzt.

In einer ersten Bilanz der Grabung zeichnet sich ein neues Bild von der frühen Baugeschichte der Anlage ab. Bisher war ein Wohnturm von Bischof Heinrich von Spiegel (1361 bis 1380) das einzige bekannte mittelalterliche Bauwerk, das im Schlossneubau erhalten geblieben ist. Nun gelangten die Archäologen in Schichten des späten 14. Jahrhunderts. Mithilfe von Bohrkernen steht nun auch der Grabenverlauf der älteren Burg in Teilen fest. Dieser verlief dort, wo im späten 16. Jahrhundert der Nordostteil des Schlosses gebaut wurde. So erklären sich auch Schäden am Schlossgebäude, die noch heute durch Absenkung in die Verfüllung des mittelalterlichen Grabens auftreten.

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