Sonntags wurde im Kino geboxt
Filmtheaterbetriebe Renneke sorgen seit 80 Jahren für die Unterhaltung
30.10.2008
Von Manfred Stienecke
Paderborn (WV). Sein Hund heißt »Mowgli« wie der kleine Junge aus dem »Dschungelbuch«, und wenn sein Handy klingelt, dann ertönt die Titelmelodie des Filmklassikers »Spiel mir das Lied vom Tod«: Heute feiert Kinobetreiber Hans-Werner Renneke das 80-jährige Bestehen des Paderborner Traditions-Lichtspielhauses.
Der 58-Jährige ist durch und durch Cineast. Seit er laufen kann, fühlt sich der Spross der Paderborner Kino-Dynastie im Filmtheater zu Hause. Er sieht alle - für die Jugend freigegebenen - Filme der Nachkriegszeit, darf im Weihnachtsmärchen am Eingang die Karten abreißen und Heidi Brühl bei einem Premierenbesuch in Paderborn auf der Bühne den Blumenstrauß überreichen.
Heute ist Renneke Chef des hochmodernen »Cineplex«-Kinos in der Westernstraße. In acht Sälen können bis zu 1800 Besucher gleichzeitig die großen Blockbuster-Filme aus den Hollywoood-Studios, die erfolgreichsten europäischen Produktionen sowie immer wieder auch mit geringem Budget gedrehte künstlerische Autorenfilme sehen. Vor zehn Jahren erst haben die Filmtheaterbetriebe Renneke ihr Kinohaus großzügig ausgebaut.
Die Anfänge der Kino-Dynastie liegen 80 Jahre zurück. Der Großvater des heutigen Betreibers, Johannes Renneke, entdeckte als Chef eines florierenden Kohlenhandels seine Liebe zu dem neuen Medium, das damals noch schwarz-weiß und tonlos über die Leinwände flimmerte, und stieg als Kompagnon in die 1928 gegründete Firma »Residenz-Theater« ein. Gespielt wurde damals noch in der »Volkshalle« an der Leostraße, dem heutigen Capitol-Theater. Das Kino beschäftigte ein eigenes Orchester, das die Stummfilme mit melodramatischen Klängen begleitete.
Schon Johannes Renneke war der rasanten technischen Entwicklung gegenüber aufgeschlossen und rüstete auf den Tonfilm um. Die 1930 angeschaffte Nadelton-Filmapparatur erwies sich allerdings als Fehlinvestition und wurde deshalb ein Jahr später durch den ersten Lichtton-Verstärker ersetzt. In den dreißiger Jahren nahm das Kino einen rasanten Aufschwung, von dem auch der Paderborner Betrieb, in den inzwischen Sohn Hans eingestiegen war, profitierte. Die Rennekes zogen um und eröffneten 1935 am Marienplatz das neu errichtete Residenz-Theater - ein damals hochmodernes Lichtspielhaus mit 830 Sitzplätzen.
Auch in der Nachkriegszeit blieb das nach den Bombenzerstörungen originalgetreu wieder aufgebaute Kino die erste Adresse für Vergnügungen aller Art. Hier liefen nicht nur die beliebten Heimatfilme und Komödien, sondern auch Musikveranstaltungen aller Art, und sonntags vormittags wurde das »Residenz« in eine Boxarena verwandelt. Im Gästebuch verewigten sich Künstler wie Marika Rökk und Theo Lingen.
Der heutige Kino-Standort in der Westernstraße wurde 1955 mit dem Bau des »Universums« eröffnet. Hans-Werner Renneke, der 1973 in dritter Generation in das elterliche Geschäft eingestieg, krempelte erneut die Ärmel auf und erweiterte das Haus im Zuge der Innenstadtsanierung um zwei weitere Kinosäle. Mit seinem ambitionierten Filmangebot heimste der Cineast fast 25 Programmpreise ein.
Vor zehn Jahren schließlich konnte das umgebaute »Cineplex« eingeweiht werden. Doch ein Ende der Investitionen ist nicht in Sicht: »Man muss immer in die Zukunft denken«, weiß Renneke. Und so steht die Umstellung vom 35-Millimeter-Film auf die reine digitale Kinotechnik auf der Agenda - dann gibt es den neuen James Bond nur noch als Computerdatei.
Paderborn (WV). Sein Hund heißt »Mowgli« wie der kleine Junge aus dem »Dschungelbuch«, und wenn sein Handy klingelt, dann ertönt die Titelmelodie des Filmklassikers »Spiel mir das Lied vom Tod«: Heute feiert Kinobetreiber Hans-Werner Renneke das 80-jährige Bestehen des Paderborner Traditions-Lichtspielhauses.
Der 58-Jährige ist durch und durch Cineast. Seit er laufen kann, fühlt sich der Spross der Paderborner Kino-Dynastie im Filmtheater zu Hause. Er sieht alle - für die Jugend freigegebenen - Filme der Nachkriegszeit, darf im Weihnachtsmärchen am Eingang die Karten abreißen und Heidi Brühl bei einem Premierenbesuch in Paderborn auf der Bühne den Blumenstrauß überreichen.
Heute ist Renneke Chef des hochmodernen »Cineplex«-Kinos in der Westernstraße. In acht Sälen können bis zu 1800 Besucher gleichzeitig die großen Blockbuster-Filme aus den Hollywoood-Studios, die erfolgreichsten europäischen Produktionen sowie immer wieder auch mit geringem Budget gedrehte künstlerische Autorenfilme sehen. Vor zehn Jahren erst haben die Filmtheaterbetriebe Renneke ihr Kinohaus großzügig ausgebaut.
Die Anfänge der Kino-Dynastie liegen 80 Jahre zurück. Der Großvater des heutigen Betreibers, Johannes Renneke, entdeckte als Chef eines florierenden Kohlenhandels seine Liebe zu dem neuen Medium, das damals noch schwarz-weiß und tonlos über die Leinwände flimmerte, und stieg als Kompagnon in die 1928 gegründete Firma »Residenz-Theater« ein. Gespielt wurde damals noch in der »Volkshalle« an der Leostraße, dem heutigen Capitol-Theater. Das Kino beschäftigte ein eigenes Orchester, das die Stummfilme mit melodramatischen Klängen begleitete.
Schon Johannes Renneke war der rasanten technischen Entwicklung gegenüber aufgeschlossen und rüstete auf den Tonfilm um. Die 1930 angeschaffte Nadelton-Filmapparatur erwies sich allerdings als Fehlinvestition und wurde deshalb ein Jahr später durch den ersten Lichtton-Verstärker ersetzt. In den dreißiger Jahren nahm das Kino einen rasanten Aufschwung, von dem auch der Paderborner Betrieb, in den inzwischen Sohn Hans eingestiegen war, profitierte. Die Rennekes zogen um und eröffneten 1935 am Marienplatz das neu errichtete Residenz-Theater - ein damals hochmodernes Lichtspielhaus mit 830 Sitzplätzen.
Auch in der Nachkriegszeit blieb das nach den Bombenzerstörungen originalgetreu wieder aufgebaute Kino die erste Adresse für Vergnügungen aller Art. Hier liefen nicht nur die beliebten Heimatfilme und Komödien, sondern auch Musikveranstaltungen aller Art, und sonntags vormittags wurde das »Residenz« in eine Boxarena verwandelt. Im Gästebuch verewigten sich Künstler wie Marika Rökk und Theo Lingen.
Der heutige Kino-Standort in der Westernstraße wurde 1955 mit dem Bau des »Universums« eröffnet. Hans-Werner Renneke, der 1973 in dritter Generation in das elterliche Geschäft eingestieg, krempelte erneut die Ärmel auf und erweiterte das Haus im Zuge der Innenstadtsanierung um zwei weitere Kinosäle. Mit seinem ambitionierten Filmangebot heimste der Cineast fast 25 Programmpreise ein.
Vor zehn Jahren schließlich konnte das umgebaute »Cineplex« eingeweiht werden. Doch ein Ende der Investitionen ist nicht in Sicht: »Man muss immer in die Zukunft denken«, weiß Renneke. Und so steht die Umstellung vom 35-Millimeter-Film auf die reine digitale Kinotechnik auf der Agenda - dann gibt es den neuen James Bond nur noch als Computerdatei.
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